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	<title>Gedanken zum Sonntag &#8211; Christusgemeinde Melsungen</title>
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	<description>Homepage der selbstständig evangelisch lutherischen Kirchengemeinde Melsungen</description>
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		<title>Miserikordias Domini &#124; „Hirtensonntag“ &#124; 26. April 2020</title>
		<link>https://www.selk-melsungen.de/miserikordias-domini-hirtensonntag-26-april-2020</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jörg Ackermann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 25 Apr 2020 16:29:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gedanken zum Sonntag]]></category>
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					<description><![CDATA[1. Wo sind wir im Kirchenjahr? „Der&#160;Herr&#160;ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.“ – Der 23. Psalm ist wahrscheinlich der bekannteste Psalm überhaupt. Das Bild vom guten Hirten, der sich &#8230; <p class="link-more"><a href="https://www.selk-melsungen.de/miserikordias-domini-hirtensonntag-26-april-2020" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Miserikordias Domini &#124; „Hirtensonntag“ &#124; 26. April 2020“</span> weiterlesen</a></p>]]></description>
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<h2 class="wp-block-heading">1. Wo sind wir im Kirchenjahr?</h2>



<p>„Der&nbsp;Herr&nbsp;ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.“ – Der 23. Psalm ist wahrscheinlich der bekannteste Psalm überhaupt. Das Bild vom guten Hirten, der sich um seine Herde – und jede/n einzelne/n darin – kümmert, ist ganz elementar. Ein grundsätzliches Vertrauen kommt darin zum Ausdruck.</p>



<span id="more-170"></span>



<p>Der auferstandene Christus ist derjenige, der sich um die Seinen kümmert, der sie sammelt und zusammenhält. So wird deutlich, dass Kirche nicht einfach eine Interessengemeinschaft ist. Sie ist bestimmt und definiert als Herde Christi, als diejenigen, die von ihm und um ihn versammelt sind.</p>



<h2 class="wp-block-heading">2. Tagesgebet:</h2>



<p>Herr Jesus Christus, du bist der gute Hirte, du führst uns zusammen und kümmerst dich um uns. Wir bitten dich: Halte uns stets bei dir. Suche und sammle die, die von dir getrennt sind. Lass uns mit ihnen auf deine Stimme hören. Der du mit dem Vater und dem Heiligen Geist lebst und regierst in Ewigkeit. Amen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">3. Lied des Tages: Es kennt der Herr die Seinen (ELKG 534)</h2>



<p><sup>1)</sup>&nbsp;Es kennt der Herr die Seinen und hat sie stets gekannt,&nbsp;/ die Großen und die Kleinen in jedem Volk und Land.&nbsp;/ Er lässt sie nicht verderben, er führt sie aus und ein;&nbsp;/ im Leben und im Sterben sind sie und bleiben sein.</p>



<p><sup>2)</sup>&nbsp;Er kennet seine Scharen am&nbsp;Glauben, der nicht schaut&nbsp;/ und doch dem Unsichtbaren, als säh er ihn, vertraut;&nbsp;/ der aus dem Wort gezeuget und durch das Wort sich nährt&nbsp;/ und vor dem Wort sich beuget und mit dem Wort sich wehrt.</p>



<p><sup>3)</sup>&nbsp;Er kennt sie als die Seinen an ihrer&nbsp;Hoffnung&nbsp;Mut,&nbsp;/ die fröhlich auf dem einen, dass er der Herr ist, ruht,&nbsp;/ in seiner Wahrheit Glanze sich sonnet, frei und kühn,&nbsp;/ die wundersame Pflanze, die immerdar ist grün.</p>



<p><sup>4)</sup>&nbsp;Er kennt sie an der&nbsp;Liebe, die seiner Liebe Frucht&nbsp;/ und die mit lauterm Triebe ihm zu gefallen sucht;&nbsp;/ die andern so begegnet, wie er das Herz bewegt,&nbsp;/ die segnet, wie er segnet, und trägt, wie er sie trägt.</p>



<p><sup>5)</sup>&nbsp;So hilf uns, Herr, zum&nbsp;Glauben&nbsp;und halt uns fest dabei;&nbsp;/ lass nichts die&nbsp;Hoffnung&nbsp;rauben; die&nbsp;Liebe&nbsp;herzlich sei!&nbsp;/ Und wird der Tag erscheinen, da dich die Welt wird sehn,&nbsp;/ so lass uns als die Deinen zu deiner Rechten stehn!</p>



<h2 class="wp-block-heading">4. Geistlicher Impuls zum Wochenspruch (Johannes 10,11a.17-18a)</h2>



<p><em>Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben.</em></p>



<p>Suchmaschinen im Internet machen Vorschläge für Suchbegriffe. Das dient der Bequemlichkeit des Nutzers, er muss nicht das ganze Wort eintippen, meist reichen schon die ersten Buchstaben. Diese Suchmaschinen verwenden dafür einen Algorithmus, um vorherzusagen, welchen Begriff der Nutzer wohl meinen könnte. Darin fließt neben dem üblichen Suchverhalten des Nutzers auch ein, welche Begriffe allgemein gerade häufig gesucht werden. Bei mir kam in der vergangenen Woche bei „Herd“ schon gleich als oberster Vorschlag in der Reihe das Wort „Herdenimmunität“. Gemeint ist damit, dass ein bestimmter Prozentsatz der Bevölkerung Antikörper gegen das grassierende Virus in sich trägt und damit die Gefahr einer unkontrollierbar starken Ausbreitung eingedämmt ist.</p>



<p>Es ist spannend, dass die Vorstellung von Menschen als einer Herde im positiven Sinn gebraucht wird. Sonst ist diese Vorstellung eher negativ besetzt: Herdenmensch oder Herdentrieb sind Beispiele dafür. Wir tun uns eher schwer damit, uns als Teil einer Herde zu sehen. Das gilt besonders dann, wenn mit Herde Schafherde verbunden wird. Wer will schon gerne ein Schaf sein? Das Lied „Weil ich Jesu Schäflein bin“ erfreut sich zwar einer gewissen Beliebtheit, doch scheint es mir, dass das auch in kirchlichen Kreisen nicht überall so ist. Dann steckt vielleicht eine etwas romantische Vorstellung von Hirte und Schafen dahinter, wie bei dem großen Bild, das in der Wohnung meiner Großeltern hing: In sanftem Mondlicht sitzt Jesus – mit tadelloser Frisur, in langem, strahlend weißen Gewand – auf einem Felsen, umgeben von einem halben Dutzend blütenweißen, fluffigen Schäflein.</p>



<p>Lässt man das Romantische einmal weg, so bleibt bei der Vorstellung vom Hirten und den Schafen das innige Vertrauensverhältnis. Christus macht das deutlich, indem er sich selbst als den&nbsp;<strong>guten</strong>&nbsp;Hirten bezeichnet. Dahinter steckt ein Wort aus dem Alten Testament, in dem Gott selbst ein vernichtendes Urteil über die Hirten Israels spricht. Gemeint sind die geistlichen Leiter, die ihrer Aufgabe, die Menschen zu Gott zu führen und bei ihm zu halten, nicht gerecht geworden sind. Gott kündigte dann an, sich selbst kümmern zu wollen. Jesus bezeichnet sich als&nbsp;<strong>guten</strong>&nbsp;Hirten und sagt damit: So soll ein Hirte sein. Dieser Hirte handelt richtig, er redet richtig und er fühlt richtig. Ihm, dem guten Hirten kann man getrost vertrauen. Der ist verlässlich.</p>



<p>Nun kann man Vertrauen nicht erzwingen. Vertrauen ist etwas, was wachsen muss, was sich bewähren muss. Das gilt in besonderer Weise in Situationen, in denen das bislang Gewohnte nicht mehr gilt, nicht mehr wirklich tragfähig ist. In Krisensituationen wird immer nach dem Stabilen gefragt, wird das gesucht, was tragfähig ist, worauf man sich verlassen kann. Das gilt auch für Menschen, die fest in der christlichen Gemeinde verwurzelt und verankert sind. Wo Ungewissheit und Unsicherheit da sind, brauchen wir etwas, an das wir uns halten können. Dass dabei selbst die gewohnten Gottesdienstformen, das Miteinander am Sonntagmorgen, der Austausch mit Glaubensgeschwistern nicht immer da sein können (und damit auch keinen Halt geben können), haben wir in den vergangenen Wochen deutlich und manchmal schmerzhaft erfahren müssen.</p>



<p>Das ändert nicht die Zusage von Jesus. Er ist der gute Hirte. Er ist derjenige, dem wir wirklich am Herzen liegen, der alles für uns tut und der jederzeit auch für uns da ist. Gerade in solchen schwierigen und aufgeregten Zeiten soll uns das deutlich vor Augen stehen. Ob man dabei das Bild vom Hirten und seiner Herde heranzieht oder es gar romantisch ausmalt, sei jedem selbst überlassen. Wichtig ist der Inhalt, die Aussage: Christus kümmert sich um uns, er schenkt ewiges Leben. Das ist eine Aussicht, die über sämtliche Beschränkungen dieser Welt hinausgeht und die es dann auch möglich macht, mit den Beschränkungen in dieser Welt zu leben. Wir dürfen wissen, auf wen wir uns verlassen können, nämlich auf Christus, den guten Hirten. Amen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">5. Gebet</h2>



<p>Ewiger Gott, in deinem Sohn Jesus Christus, dem guten Hirten, bist du uns nahe. Im Vertrauen auf ihn bitten wir dich: Schenke allen, die Verantwortung übernehmen für Menschen, insbesondere im Dienst an Kranken, dass sie das mit Freude tun und sich nicht entmutigen lassen. Wir bitten für alle, die gern an deine Wegleitung glauben möchten, sich aber in ihren Zweifeln quälen, dass sie deine liebevolle Zuwendung erfahren. Wir bitten für uns, dass unser Vertrauen in Christus immer wieder gestärkt wird und wir so getrost und zuversichtlich in dieser vergehenden Welt leben können.</p>



<p>Das bitten wir um deines Sohns Jesus Christus willen, der, vom Tode erstanden, mit dir und dem Heiligen Geist lebt und Leben schenkt in Ewigkeit. Amen.</p>



<p class="has-small-font-size">Herausgegeben vom Pfarramt der Christusgemeinde Melsungen (SELK), Pfarrer Jörg Ackermann, Tränkelücke 6, 34212 Melsungen, Telefon 05661-2221,&nbsp;<a href="mailto:melsungen@selk.de">melsungen@selk.de</a></p>



<p class="has-small-font-size">Erscheinungsdatum 25.4.2020<br>Bibelzitate aus der Lutherbibel (Revision 2017), © Deutsche Bibelgesellschaft 2016<br>Bestimmt für die Gemeinden der SELK im Gemeindebezirk Homberg (Efze), Schlierbach, Berge-Unshausen, Melsungen und Widdershausen-Obersuhl<br>Weitergabe erwünscht und erbeten.<br>Unter&nbsp;<a href="http://www.selk-melsungen.de/">www.selk-melsungen.de</a>&nbsp;können Sie sich für einen Newsletter anmelden, dann erhalten Sie die aktuelle Ausgabe jeweils bei Erscheinen zugesandt.</p>
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		<title>Quasimodogeniti &#124; Wie neugeborene Kinder &#124; 19. April 2020</title>
		<link>https://www.selk-melsungen.de/quasimodogeniti-wie-neugeborene-kinder-19-april-2020</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jörg Ackermann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 Apr 2020 18:05:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gedanken zum Sonntag]]></category>
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					<description><![CDATA[1. Wo sind wir im Kirchenjahr? „Weißer Sonntag“ wird dieser Sonntag nach Ostern auch genannt. In der frühen Kirche war es üblich, dass Taufen (von Erwachsenen) im Gottesdienst der Osternacht &#8230; <p class="link-more"><a href="https://www.selk-melsungen.de/quasimodogeniti-wie-neugeborene-kinder-19-april-2020" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Quasimodogeniti &#124; Wie neugeborene Kinder &#124; 19. April 2020“</span> weiterlesen</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">1. Wo sind wir im Kirchenjahr?</h2>



<p>„Weißer Sonntag“ wird dieser Sonntag nach Ostern auch genannt. In der frühen Kirche war es üblich, dass Taufen (von Erwachsenen) im Gottesdienst der Osternacht stattfanden. Bis zum Sonntag nach Ostern nahmen diese Neugetauften in ihren weißen Taufgewändern an den Gottesdiensten teil, die in der Osterwoche täglich gefeiert wurden.</p>



<span id="more-165"></span>



<p>Das weiße Taufgewand steht für das, was uns in der Auferstehung von Christus erworben ist: ein neues Leben in der Gemeinschaft mit Gott. Durch die Heilige Taufe sind wir von dem frei gemacht, was uns von Gott trennt. Sünde und Schuld sind abgewaschen und wie Christus von den Toten auferweckt ist und lebt, dürfen auch wir unbefleckt und untadelig vor Gott treten, ein neues Leben führen. Dass Glaube immer auch eine sehr fragile Sache ist, zeigt die Geschichte vom „ungläubigen“ Thomas, die im Evangelium für diesen Sonntag berichtet wird. Erst die Begegnung mit dem Auferstandenen lässt alle Zweifel von ihm abfallen. Das ist Zeichen dafür, dass wir die Begegnung mit dem Auferstandenen durch sein Wort und durch seine Gegenwart im Heiligen Abendmahl immer wieder brauchen, damit unser Glaube gestärkt wird.</p>



<p>2. Tagesgebet:</p>



<p>Allmächtiger Gott, durch die Auferstehung deines Sohnes hast du uns von neuem geboren zu einem Leben voll Hoffnung und unvergänglicher Freude. Wir bitten dich: Schenke uns und allen Getauften deinen Frieden und hilf uns, im Glauben durch diese Welt zu gehen. Das bitten wir durch unseren Herrn Jesus Christus, deinen Sohn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">3. Lied des Tages: Mit Freuden zart (ELKG 81)</h2>



<p><sup>1.</sup>&nbsp;Mit Freuden zart / zu dieser Fahrt / lasst uns zugleich fröhlich singen, / beid, Groß und Klein, / von Herzen rein / mit hellem Ton frei erklingen. / Das ewig Heil / wird uns zuteil, / denn Jesus Christ / erstanden ist, / welchs er lässt reichlich verkünden.</p>



<p><sup>2.</sup>&nbsp;Er ist der Erst, / der stark und fest / all unsre Feind hat bezwungen / und durch den Tod / als wahrer Gott / zum neuen Leben gedrungen, / auch seiner Schar / verheißen klar / durch sein rein Wort, / zur Himmelspfort / desgleichen Sieg zu erlangen.</p>



<p><sup>3.</sup>&nbsp;Singt Lob und Dank / mit freiem Klang / unserm Herrn zu allen Zeiten / und tut sein Ehr / je mehr und mehr / mit Wort und Tat weit ausbreiten: / So wird er uns / aus Lieb und Gunst / nach unserm Tod, / frei aller Not / zur ewigen Freud geleiten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">4. Geistlicher Impuls zum Evangelium (Johannes 20,19-29)</h2>



<p><em>Thomas antwortete und sprach zu ihm (dem auferstandenen Jesus): Mein Herr und mein Gott! (Joh.20,28)</em></p>



<p>Der Apostel Thomas begleitet mich seit vielen Jahren. In meiner Zeit als Pfarrer an der Lüneburger St.Thomaskirche stand mir das Bekenntnis „Mein Herr und mein Gott“ in den Kirchenfenstern sonntäglich vor Augen. Als Vakanzvertreter betreue ich im Moment die St. Thomas-Gemeinde in Widdershausen. Und in der Christuskirche in Melsungen ist die Begegnung zwischen Thomas und dem auferstandenen Christus eine der vier Darstellungen an den Enden der Kreuzesbalken vom Altarkruzifix. Es ist die Darstellung am oberen Ende des Längsbalkens, steht also über dem Gekreuzigten und stellt dadurch vor Augen, dass Christus lebt, dass er den Tod überwunden hat.</p>



<p>Ich hege eine große Sympathie für Thomas. Er ist für mich das Sinnbild eines Menschen, der versucht, eigene Erfahrungswelt und Glauben zusammenzubringen. Damit ist er Menschen unserer Zeit und gerade auch mir selbst sehr nahe. Ich bin ein Mensch, der gerne genau dies möchte, die eigene Erfahrungswelt mit den Aussagen des Glaubens in Einklang bringen. Wo ich das Gefühl habe, dass es nicht passt, fängt es dann an, schwierig zu werden.</p>



<p>So ist es Thomas auch ergangen. Auferstehung von den Toten ist etwas, was außerhalb unserer Erfahrungswelt liegt. Dass Thomas im Gespräch mit denen, die den Auferstandenen gesehen hatten, darauf besteht, die Wundmale zu berühren, also die eindeutigen Zeichen des Todes von Jesus, zeigt, dass er so etwas wie eine Halluzination oder eine Wunschvorstellung ausschließen will. Erklärungsversuche dieser Art finden sich auch heute. Und es fällt schwer, mit rein rationalen Argumenten dagegen anzugehen. Dass die Auferstehung von Jesus tatsächlich geschehen ist, dass es sich um eine leibliche Auferstehung handelt, dass Jesus wirklich tot gewesen ist und jetzt lebt, lässt sich mit unserer Erfahrungswelt nicht in Einklang bringen.</p>



<p>Die Begegnung mit dem Auferstandenen verändert bei Thomas alles. Dass Christus ihn in seinem Anliegen ernst nimmt, zeigt sich in der Aufforderung, tatsächlich die Hand in seine Seite zu legen. Dass Thomas das dann gar nicht mehr braucht, macht deutlich, dass es darauf letztlich nicht ankommt. Wesentlich ist die persönliche Zuwendung des Auferstandenen.</p>



<p>Begegnung mit dem Auferstandenen passiert auch heute noch. Vielleicht ist uns in dieser Zeit der Kontaktbeschränkungen in besonderer Weise deutlich geworden, wie wichtig auch die Gemeinschaft in der christlichen Gemeinde dafür ist. Gottesdienste, die gemeinsam gefeiert werden, Zusammenkünfte, in denen Gottes Wort verkündigt wird, in denen gemeinsam gebet, gemeinsam gesungen wird, sind wichtig. Nicht umsonst ist im Neuen Testament von den „Versammlungen“ die Rede, davon, dass die Christen beständig in „der Gemeinschaft“ blieben. Auch die Begegnung zwischen dem Auferstandenen und Thomas fand in der Versammlung statt. Andachten, Predigten oder auch Schreiben, die über das Internet, per Telefon, schriftlich angeboten werden, können kein vollständiger Ersatz für die Zusammenkünfte der christlichen Gemeinde sein. Sie sind in einer Zeit, in der ein Zusammenkommen eine Gefährdung darstellt, wohl Notlösung, doch nicht das, was christliche Gemeinde ausmacht und wo uns Begegnung mit dem Auferstandenen verlässlich zugesagt ist. Hier ist sicherlich noch Geduld gefragt. Genauso aber auch das Gebet, dass diese Zeit der Krise bald überwunden sein möge.</p>



<p>Die Geschichte von Thomas zeigt mir, dass der Wunsch nach einer Begegnung mit dem Auferstandenen eine ganz große Berechtigung hat. Amen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">5. Gebet</h2>



<p>Gütiger Gott, du hast deinen Sohn nicht im Tod gelassen, sondern auferweckt, damit auch wir leben. Wir danken dir, dass durch die Kraft der Auferstehung der Tod besiegt ist. Schenke uns, dass wir diese Kraft immer wieder erfahren, dass wir in der Begegnung mit dem Auferstandenen unsere Zweifel überwinden und den Blick richten über Bedrängnis und Not hinaus auf das ewige Leben, das Christus für uns erworben hat.</p>



<p>Beende bald die Zeit der Bedrohung und der Einschränkungen unseres täglichen Lebens. Lass uns bald zusammenkommen können um gemeinsam dein Lob zu singen, zu dir zu beten und in Gemeinschaft vor dir dem Auferstandenen zu begegnen.&nbsp;</p>



<p>Das bitten wir um deines Sohns Jesus Christus willen, der, vom Tode erstanden, mit dir und dem Heiligen Geist lebt und Leben schenkt in Ewigkeit. Amen.</p>



<p class="has-small-font-size">Herausgegeben vom Pfarramt der Christusgemeinde Melsungen (SELK), Pfarrer Jörg Ackermann, Tränkelücke 6, 34212 Melsungen, Telefon 05661-2221,&nbsp;<a href="mailto:melsungen@selk.de">melsungen@selk.de</a></p>



<p class="has-small-font-size">Erscheinungsdatum 18.4.2020<br>Bibelzitate aus der Lutherbibel (Revision 2017), © Deutsche Bibelgesellschaft 2016<br>Bestimmt für die Gemeinden der SELK im Gemeindebezirk Homberg (Efze), Schlierbach, Berge-Unshausen, Melsungen und Widdershausen-Obersuhl<br>Weitergabe erwünscht und erbeten.<br>Unter&nbsp;<a href="http://www.selk-melsungen.de/">www.selk-melsungen.de</a>&nbsp;können Sie sich für einen Newsletter anmelden, dann erhalten Sie die aktuelle Ausgabe jeweils bei Erscheinen zugesandt.</p>
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		<title>Ostern &#124; Der Herr ist auferstanden! &#124; 12. April 2020</title>
		<link>https://www.selk-melsungen.de/ostern-der-herr-ist-auferstanden-12-april-2020</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jörg Ackermann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Apr 2020 19:06:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gedanken zum Sonntag]]></category>
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					<description><![CDATA[1. Wo sind wir im Kirchenjahr? Er ist wahrhaftig auferstanden! Ostern ändert die Geschichte der Menschheit. Nicht mehr der Tod hat das letzte Wort. Mit der Feier der Auferstehung beginnt &#8230; <p class="link-more"><a href="https://www.selk-melsungen.de/ostern-der-herr-ist-auferstanden-12-april-2020" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Ostern &#124; Der Herr ist auferstanden! &#124; 12. April 2020“</span> weiterlesen</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">1. Wo sind wir im Kirchenjahr?</h2>



<p>Er ist wahrhaftig auferstanden! Ostern ändert die Geschichte der Menschheit. Nicht mehr der Tod hat das letzte Wort. Mit der Feier der Auferstehung beginnt die fünfzigtätige österliche Freudenzeit: Der Jubel über das Leben, das Christus bringt, soll nicht aufhören.</p>



<span id="more-160"></span>



<h2 class="wp-block-heading">2. Tagesgebet:</h2>



<p>Ewiger Gott, durch die Auferstehung deines Sohns hast du dem Tod die Macht genommen und das Leben für die Welt gebracht. Nimm den Kleinglauben aus unserem Herzen und lass uns einstimmen in den Osterjubel mit allen, die an die Auferstehung deines Sohns glauben, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">3. Lied des Tages: Erschienen ist der herrlich Tag (ELKG 80)</h2>



<p><sup>1.</sup>&nbsp;Erschienen ist der herrlich Tag, / dran niemand g&#8217;nug sich freuen mag: / Christ, unser Herr, heut triumphiert, / sein Feind er all gefangen führt. / Halleluja.&nbsp;<br><sup>2.</sup>&nbsp;Die alte Schlang, Sünd und Tod, / die Höll, all Jammer, Angst und Not / hat überwunden Jesus Christ, / der heut vom Tod erstanden ist. / Halleluja.&nbsp;<br><sup>3.</sup>&nbsp;Sein Raub der Tod musst geben her, / das Leben siegt und ward ihm Herr, / zerstöret ist nun all seine Macht. / Christ hat das Leben wiederbracht. / Halleluja.&nbsp;<br><sup>4.</sup>&nbsp;Die Sonn, die Erd, all Kreatur, / alls, was betrübet war zuvor, / das freut sich heut an diesem Tag, / da der Welt Fürst darnieder lag. / Halleluja.&nbsp;<br><sup>5.</sup>&nbsp;Drum wollen wir auch fröhlich sein, / das Halleluja singen fein / und loben dich, Herr Jesu Christ; / zu Trost du uns erstanden bist. / Halleluja.</p>



<h2 class="wp-block-heading">4. Geistlicher Impuls zum Wochenspruch (Offenbarung 1,18)</h2>



<p><em>Christus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.</em></p>



<p>Was ist Ostern? Was macht ein Osterfest aus? Viele Bräuche haben sich um das Osterfest gebildet. In manchen Gegenden bricht man am frühen Morgen auf, um Osterwasser zu holen. Es gibt Osterfeuer, Osterräder, Schokoladenhasen und – selbst in einem Jahr wie diesem, in dem vieles so ganz anders ist – bunte Ostereier. Jeder dieser Bräuche hat einen tieferen Sinn, der vielleicht nicht immer jedem bewusst ist.</p>



<p>Eine Osternachtsfeier macht deutlich, macht ein wenig erlebbar, dass durch die Auferstehung von Jesus das Dunkel des Todes durchbrochen ist. Das Licht der Osterkerze ist erst klein und unscheinbar, doch wenn es weitergegeben wird, strahlt es immer heller. So ist es, wenn die Botschaft von der Auferstehung sich ausbreitet, in diese Welt hinein.</p>



<p>Ostergottesdienste sind voll mit fröhlichen Liedern, die Kirchen sind festlich geschmückt. Blühende Blumen stehen nicht nur für den beginnenden Frühling, für das Wiedererwachen der Natur. Sie stehen auch für den Sieg des Lebens, was ja gut zum Osterfest passt.</p>



<p>Zu Ostern wird gerne Gemeinschaft gepflegt. Ein gemeinsames Osterfrühstück vor oder nach dem Ostergottesdienst hat sich in vielen christlichen Gemeinden etabliert. Auch die Jünger waren ja als Gemeinschaft versammelt gewesen als sie die Botschaft von der Auferstehung erreichte.</p>



<p>Das Christuswort aus der Offenbarung, dass er tot war und lebendig ist, ist in eine völlig andere Situation hinein gesprochen: Johannes, Bischof mehrere Gemeinden in Kleinasien, war auf die Insel Patmos verbannt. Er war abgeschnitten von dem direkten Kontakt zu seinen Mitchristen. Als einziges Kommunikationsmittel standen ihm Briefe zur Verfügung. Da diese durch Boten überbracht werden mussten, konnte die Zustellung mehrere Tage oder gar Wochen dauern. In seiner Handlungsfähigkeit war Johannes völlig eingeschränkt, er konnte nichts für die Gemeinden tun. Und auch wenn es in den Gemeinden Älteste gegeben hat, die sich um die wichtigsten Belange gekümmert haben, die Gottesdienste geleitet haben, so waren die Gemeinden doch von ihrer geistlichen Leitung getrennt, von dem, der für sie verantwortlich war. Die Kontaktsperre war wesentlich heftiger als die, die wir zurzeit erleben. Johannes konnte – zumindest nach den äußeren Gegebenheiten – keine begründete Hoffnung haben, überhaupt wieder Gemeinschaft mit den Christinnen und Christen in seinen Gemeinden zu erleben.</p>



<p>In diese Situation hinein spricht Christus selbst zu ihm. Dabei stellt er an den Anfang, dem Johannes – und damit auch uns – vor Augen zu stellen, worauf christlicher Glaube sich gründet:&nbsp;<em>Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.</em>&nbsp;Die Osterbotschaft ist das, worauf es wirklich ankommt.</p>



<p>Es geht um deutlich mehr als die Aussage, dass da vor knapp 2000 Jahren ein Mensch von den Toten auferstanden ist. Das an sich wäre ja schon bemerkenswert genug. Das an sich ist weit mehr als die Nahtoderfahrungen, von denen man immer wieder einmal hört und die ja auch schon sehr beeindruckend sind. Das an sich ist weit mehr als eine erfolgreiche Wiederbelebungsmaßnahme. Das an sich ist weit mehr als das, was sich Menschen unter Wiedergeburt vorstellen. Tod und Auferstehung von Christus bedeuten aber noch viel mehr: Christus hat die Schlüssel des Todes und der Hölle. Mit anderen Worten: Er, Christus hat die Macht, auch unseren Tod zu überwinden. Darin liegt das Eigentliche des Osterfestes. Diese Welt, wie sie ist, mit allen ihren Problemen und Schwierigkeiten, mit den Bedrohungen und dem, was uns Kummer macht, ist vergänglich. Selbst das, was uns im Tod erwarten würde, nämlich die absolute Kontaktlosigkeit, die absolute Trennung von Gott, ist überwunden durch den Tod und die Auferstehung von Jesus. Nicht nur, dass wir die Hoffnung haben dürfen, dass es irgendwie schon werden wird, dass es (wieder) besser wird. Wir dürfen die Hoffnung haben, dass uns eine Zukunft bevorsteht, die aus reiner Freude besteht. Wir dürfen die gewisse Zuversicht haben, dass wir leben werden ohne irgendwelche Beeinträchtigungen in der Gemeinschaft mit Christus und mit allen Gläubigen.</p>



<p>Das kann man feiern mit vielen Bräuchen, wenn sich denn die Gelegenheit dazu ergibt. Das gilt aber unabhängig von den äußeren Gegebenheiten, in denen wir uns gerade befinden. Es gilt, weil Christus selbst dafür einsteht. Und so ist es auch keine Frage, ob Ostern in diesem Jahr stattfindet oder nicht. Ostern ist da, weil Christus es zusagt:&nbsp;<em>Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.</em>&nbsp;Amen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">5. Gebet</h2>



<p>Allmächtiger, ewiger Gott, durch den Tod deines Sohns hast du die Sünde und den Tod zunichte gemacht, durch seine Auferstehung Unschuld und ewiges Leben gebracht, damit wir als Erlöste in deinem Reich leben. Dafür loben und preisen wir dich und bitten: Schenke uns, dass wir darauf auch in dieser Zeit der Unruhe und Anfechtung fest vertrauen und uns ausrichten hin auf deine unendlich große Liebe.</p>



<p>Stehe allen bei, die in dieser Zeit unter Einsamkeit oder Krankheit leiden. Lass sie mit uns einstimmen in den österlichen Lobpreis. Stärke und unterstütze alle, die im Dienst an den Kranken stehen.</p>



<p>Das bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herren, der, vom Tode auferstanden, mit dir in der Einheit des Heiligen Geistes lebt und regiert in Ewigkeit. Amen.</p>



<p class="has-small-font-size">Herausgegeben vom Pfarramt der Christusgemeinde Melsungen (SELK), Pfarrer Jörg Ackermann, Tränkelücke 6, 34212 Melsungen, Telefon 05661-2221,&nbsp;<a href="mailto:melsungen@selk.de">melsungen@selk.de</a></p>



<p class="has-small-font-size">Erscheinungsdatum 11.4.2020<br>Bibelzitate aus der Lutherbibel (Revision 2017), © Deutsche Bibelgesellschaft 2016<br>Bestimmt für die Gemeinden der SELK im Gemeindebezirk Homberg (Efze), Schlierbach, Berge-Unshausen, Melsungen und Widdershausen-Obersuhl<br>Weitergabe erwünscht und erbeten.<br>Unter&nbsp;<a href="http://www.selk-melsungen.de/">www.selk-melsungen.de</a>&nbsp;können Sie sich für einen Newsletter anmelden, dann erhalten Sie die aktuelle Ausgabe jeweils bei Erscheinen zugesandt.</p>
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		<item>
		<title>Karfreitag &#124; Jesus stirbt &#124; 10. April 2020</title>
		<link>https://www.selk-melsungen.de/karfreitag-jesus-stirbt-10-april-2020</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jörg Ackermann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Apr 2020 19:07:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gedanken zum Sonntag]]></category>
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					<description><![CDATA[1. Wo sind wir im Kirchenjahr? Der Karfreitag stellt den leidenden und sterbenden Gottessohn vor Augen. Verraten, von seinen Freunden verlassen, zu Unrecht angeklagt stirbt Jesus am Kreuz. Doch im &#8230; <p class="link-more"><a href="https://www.selk-melsungen.de/karfreitag-jesus-stirbt-10-april-2020" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Karfreitag &#124; Jesus stirbt &#124; 10. April 2020“</span> weiterlesen</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">1. Wo sind wir im Kirchenjahr?</h2>



<p>Der Karfreitag stellt den leidenden und sterbenden Gottessohn vor Augen. Verraten, von seinen Freunden verlassen, zu Unrecht angeklagt stirbt Jesus am Kreuz. Doch im scheinbaren Scheitern dürfen wir erkennen: Es bringt uns das Leben.</p>



<span id="more-156"></span>



<h2 class="wp-block-heading">2. Tagesgebet:</h2>



<p>Allmächtiger, ewiger Gott, von Anbeginn der Welt hast du beschlossen, das menschliche Geschlecht zu erlösen und in der Hingabe deines Sohns am Kreuz diesen Ratschluss vollendet. Lass uns die Tat deiner ewigen Liebe erkennen und, mit dir versöhnt, teilhaben am ewigen Leben. Das bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn. Amen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">3. Lied des Tages: O Haupt voll Blut und Wunden (ELKG 63)</h2>



<p>1.&nbsp;O Haupt voll Blut und Wunden, / voll Schmerz und voller Hohn, / o Haupt, zum Spott gebunden / mit einer Dornenkron, / o Haupt, sonst schön gezieret / mit höchster Ehr und Zier, / jetzt aber hoch schimpfieret: / gegrüßet seist du mir!<br>2.&nbsp;Du edles Angesichte, / davor sonst schrickt und scheut / das große Weltgewichte: / wie bist du so bespeit, / wie bist du so erbleichet! / Wer hat dein Augenlicht, / dem sonst kein Licht nicht gleichet, / so schändlich zugericht’?<br>3.&nbsp;Die Farbe deiner Wangen, / der roten Lippen Pracht / ist hin und ganz vergangen; / des blassen Todes Macht / hat alles hingenommen, / hat alles hingerafft, / und daher bist du kommen / von deines Leibes Kraft.<br>4.&nbsp;Nun, was du, Herr, erduldet, / ist alles meine Last; / ich hab es selbst verschuldet, / was du getragen hast. / Schau her, hier steh ich Armer, / der Zorn verdienet hat. / Gib mir, o mein Erbarmer, / den Anblick deiner Gnad.<br>5.&nbsp;Erkenne mich, mein Hüter, / mein Hirte, nimm mich an. / Von dir, Quell aller Güter, / ist mir viel Guts getan; / dein Mund hat mich gelabet / mit Milch und süßer Kost, / dein Geist hat mich begabet / mit mancher Himmelslust.<br>6.&nbsp;Ich will hier bei dir stehen, / verachte mich doch nicht; / von dir will ich nicht gehen, / wenn dir dein Herze bricht; / wenn dein Haupt wird erblassen / im letzten Todesstoß, / alsdann will ich dich fassen / in meinen Arm und Schoß.<br>7.&nbsp;Es dient zu meinen Freuden / und tut mir herzlich wohl, / wenn ich in deinem Leiden, / mein Heil, mich finden soll. / Ach möcht ich, o mein Leben, / an deinem Kreuze hier / mein Leben von mir geben, / wie wohl geschähe mir!<br>8.&nbsp;Ich danke dir von Herzen, / o Jesu, liebster Freund, / für deines Todes Schmerzen, / da du’s so gut gemeint. / Ach gib, dass ich mich halte / zu dir und deiner Treu / und, wenn ich nun erkalte, / in dir mein Ende sei.<br>9.&nbsp;Wenn ich einmal soll scheiden, / so scheide nicht von mir, / wenn ich den Tod soll leiden, / so tritt du dann herfür; / wenn mir am allerbängsten / wird um das Herze sein, / so reiß mich aus den Ängsten / kraft deiner Angst und Pein.<br>10.&nbsp;Erscheine mir zum Schilde, / zum Trost in meinem Tod, / und lass mich sehn dein Bilde / in deiner Kreuzesnot. / Da will ich nach dir blicken, / da will ich glaubensvoll / dich fest an mein Herz drücken. / Wer so stirbt, der stirbt wohl.</p>



<h2 class="wp-block-heading">4. Geistlicher Impuls zum Tagesspruch (Johannes 3,16)</h2>



<p><em>Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.</em></p>



<p>Wie groß kann Einsamkeit werden? Nach fast vier Wochen Kontaktsperre hat sich vieles eingependelt. Familie spielt dabei durchaus eine ganz große Rolle oder auch Nachbarschaft. So wird für Eltern, Nachbarn, Freunde eingekauft, werden Besorgungen unternommen, damit besonders gefährdete Menschen besser geschützt bleiben können. Es wird mehr telefoniert, gechattet, geskypt, es gibt Videokonferenzen, Livestreams, sogar gemeinsames Musizieren übers Internet.</p>



<p>Und doch merken wir, dass das die persönliche Begegnung nicht ersetzen kann. Viele vermissen das Miteinander, das Gespräch mit einem realen Gegenüber, die Gemeinschaft.</p>



<p>Wenn ich das Leiden Christi betrachte, fällt mir seine Verlassenheit auf. Nicht nur, dass er von einem seiner Freunde verraten wurde, alle anderen Freunde haben ihn verlassen. Selbst derjenige, der ganz laut getönt hatte, sogar sein eigenes Leben mit dranzugeben, bleibt nicht. Von Frauen, die von ferne standen ist die Rede, wobei die Distanz gewiss deutlich mehr als zwei Meter gewesen sein dürfte.</p>



<p>Doch die tiefste Verlassenheit kommt in seinen Worten am Kreuz zum Ausdruck: Mein Gott, warum hast du mich verlassen? – Es ist eigentlich unvorstellbar, was das bedeutet. Und es ist weit mehr als nur das Zitat aus einem Psalm, den ein angefochtener Beter gesprochen hat. Es ist die absolute Trennung vom Leben, die an dieser Stelle zum Ausdruck kommt. Gott, der das Leben ist, trennt sich von sich selber, von dem, was ihn charakterisiert, was ihn ausmacht. Es ist für uns kaum fassbar, kaum begreifbar, was da am Kreuz von Golgatha geschehen ist. Die Verlassenheit ist so tief, wir können das nicht nachvollziehen.</p>



<p>Was wir aber nachvollziehen, was wir erkennen können ist, dass das uns zugut geschehen ist. Wir dürfen Leben haben, wir sind gerufen in die Gemeinschaft mit Gott, der das Leben ist. So sieht Liebe aus! So sieht Liebe aus, die wirklich alles gibt, um uns nicht zu verlieren. Amen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">5. Gebet</h2>



<p>Christus, wir stehen unter deinem Kreuz und erkennen darin die große Liebe deines Vaters. Du gingst in Leiden und Tod, damit wir nicht verloren gehen, sondern bei und in dir Leben haben. Schenke uns, das Geheimnis dieser großen Liebe immer wieder neu zu erkennen, dadurch Kraft zu schöpfen für die Bewältigung des Lebens in dieser Welt, besonders auch in der gegenwärtigen Krise. Sei mit der Kraft, die von deinem Kreuz ausgeht bei allen, die Hilfe und Unterstützung nötig haben.</p>



<p>Wir stehen unter deinem Kreuz – lass es uns zum Zeichen des Lebens sein, des Lebens, das du uns schenkst. O du Gotteslamm, das die Sünde der Welt trägt, erbarme dich über uns. Amen.</p>



<p class="has-small-font-size">Herausgegeben vom Pfarramt der Christusgemeinde Melsungen (SELK), Pfarrer Jörg Ackermann, Tränkelücke 6, 34212 Melsungen, Telefon 05661-2221,&nbsp;<a href="mailto:melsungen@selk.de">melsungen@selk.de</a></p>



<p class="has-small-font-size">Erscheinungsdatum 9.4.2020<br>Bibelzitate aus der Lutherbibel (Revision 2017), © Deutsche Bibelgesellschaft 2016<br>Bestimmt für die Gemeinden der SELK im Gemeindebezirk Homberg (Efze), Schlierbach, Berge-Unshausen, Melsungen und Widdershausen-Obersuhl<br>Weitergabe erwünscht und erbeten.<br>Unter&nbsp;<a href="http://www.selk-melsungen.de/">www.selk-melsungen.de</a>&nbsp;können Sie sich für einen Newsletter anmelden, dann erhalten Sie die aktuelle Ausgabe jeweils bei Erscheinen zugesandt.</p>
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		<title>Palmarum &#124; Jesus zieht in Jerusalem ein &#124; 5. April 2020</title>
		<link>https://www.selk-melsungen.de/palmarum-jesus-zieht-in-jerusalem-ein-5-april-2020</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jörg Ackermann]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Apr 2020 12:41:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gedanken zum Sonntag]]></category>
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					<description><![CDATA[1. Wo sind wir im Kirchenjahr? Ob es dieselben Menschen waren, die erst „Hosianna“ und wenig später „kreuzige ihn“ schrien, sei einmal dahingestellt. In den Berichten der Evangelien wird der &#8230; <p class="link-more"><a href="https://www.selk-melsungen.de/palmarum-jesus-zieht-in-jerusalem-ein-5-april-2020" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Palmarum &#124; Jesus zieht in Jerusalem ein &#124; 5. April 2020“</span> weiterlesen</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">1. Wo sind wir im Kirchenjahr?</h2>



<p>Ob es dieselben Menschen waren, die erst „Hosianna“ und wenig später
„kreuzige ihn“ schrien, sei einmal dahingestellt. In den Berichten der
Evangelien wird der Kontrast deutlich hervorgehoben: auf der einen Seite ist
Jesus der, auf den die Hoffnungen von Menschen gesetzt sind, auf der anderen
Seite der, der in Leiden und Tod hineingeht. Begrüßt als der „König von
Israel“, als Hoffnungsträger, scheint er in tiefstes Scheitern hineinzugehen.
Dass dieses vermeintliche Scheitern dann den Sieg bringt und uns Hoffnung, wird
sich erst am Ende der Karwoche zeigen, in die wir mit dem Palmsonntag
hineintreten.</p>



<span id="more-149"></span>



<h2 class="wp-block-heading">2. Tagesgebet:</h2>



<p>Heiliger Herr und Gott, für uns ist dein Sohn Mensch geworden und hat
das Kreuz erlitten. Hilf uns, das Geheimnis deiner Liebe vor Augen zu behalten,
an Jesus zu bleiben und mit ihm zur Auferstehung zu gelangen. Der du, Gott
Vater, Sohn und Heiliger Geist lebst und regierst in Ewigkeit. Amen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">3. Lied des Sonntags: Du großer Schmerzensmann (ELKG 66)</h2>



<p><sup>1.</sup> Du großer Schmerzensmann, / vom Vater
so geschlagen, / Herr Jesu, dir sei Dank / für alle deine Plagen: / für deine
Seelenangst, / für deine Band und Not, / für deine Geißelung, / für deinen
bittern Tod.<br>
<sup>2.</sup> Ach das hat unsre Sünd / und Missetat verschuldet, / was du an
unsrer statt, / was du für uns erduldet. / Ach unsre Sünde bringt / dich an das
Kreuz hinan; / o unbeflecktes Lamm, / was hast du sonst getan?<br>
<sup>3.</sup> Dein Kampf ist unser Sieg, / dein Tod ist unser Leben; / in
deinen Banden ist / die Freiheit uns gegeben. / Dein Kreuz ist unser Trost, / die
Wunden unser Heil, / dein Blut das Lösegeld, / der armen Sünder Teil.<br>
<sup>4.</sup> O hilf, dass wir auch uns / zum Kampf und Leiden wagen / und
unter unsrer Last / des Kreuzes nicht verzagen; / hilf tragen mit Geduld / durch
deine Dornenkron, / wenn’s kommen soll mit uns / zum Blute, Schmach und Hohn.<br>
<sup>5.</sup> Dein Angst komm uns zugut, / wenn wir in Ängsten liegen; / durch
deinen Todeskampf / lass uns im Tode siegen; / durch deine Bande, Herr, / bind
uns, wie dir’s gefällt; / hilf, dass wir kreuzigen / durch dein Kreuz Fleisch
und Welt.<br>
<sup>6.</sup> Lass deine Wunden sein / die Heilung unsrer Sünden, / lass uns
auf deinen Tod / den Trost im Tode gründen. / O Jesu, lass an uns / durch dein
Kreuz, Angst und Pein / dein Leiden, Kreuz und Angst / ja nicht verloren sein.</p>



<h2 class="wp-block-heading">4. Geistlicher Impuls zum Wochenspruch (Johannes 3,14b.15)</h2>



<p><em>Der Menschensohn muss erhöht werden, auf dass alle, die an ihn
glauben, das ewige Leben haben.</em></p>



<p>Wie geht eigentlich Erhöhung? Erster Gedanke: Das muss irgendwie
etwas mit Groß-Machen zu tun haben. Da wird jemand in besonderer Weise
herausgestellt, am besten noch so, dass alle ihn als besonders erkennen können.</p>



<p>Damit wären wir beim Einzug von Jesus in Jerusalem: Die Menge zeigte
sich begeistert, sie haben ihm einen ganz großen Bahnhof bereitet. Auch wenn
Jesus „nur“ auf einem Esel einzieht, bei weitem keinem königlichen Tier, nennen
sie ihn „König von Israel“. Und auch wenn Palmzweige im damaligen Judentum
symbolisch gedeutet wurden auf die Unabhängigkeit Israels hin, so sind es doch
keine ausgesprochenen Herrschaftszeichen.</p>



<p>Der Einzug von Jesus in Jerusalem ist nicht die Erhöhung. Das wäre
deutlich zu wenig. Damit hätte man keinen Eindruck geschunden, ganz besonders
nicht bei denen, von denen man sich gerne befreit hätte, bei den Römern. Die
waren da ganz andere Sachen gewohnt.</p>



<p>Die Erhöhung von Jesus, dem Menschensohn ging dann völlig anders. Sie
ging so vor sich, dass sie nicht auf den ersten Blick als solche zu erkennen
gewesen ist. Sie geschah da, wo Jesus tatsächlich in Leiden und Sterben
hineingegangen ist, sie geschah bei seinem Tod am Kreuz.</p>



<p>In den Passionsberichten der Evangelien werden die Umstände der
Kreuzigung ziemlich plastisch geschildert, bis hin zu den Naturereignissen, die
die Kreuzigung begleitet haben. Von Finsternis ist da die Rede, von einem
gewaltigen Erdbeben. Die Natur selbst scheint in große Unruhe geraten zu sein.
Das muss so beeindruckend oder gar erschreckend gewesen sein, dass selbst der
römische Hauptmann des Kreuzigungstrupps, der sicherlich einiges aushalten
konnte, zu der Aussage kam: „Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen.“</p>



<p>Die bevorstehende Karwoche wird anders sein als die Karwochen, die
wir in der Vergangenheit erlebt haben. Wir werden nicht in Gemeinschaft den
Leidensweg von Jesus nachgehen können und uns dabei auf die gemeinsame
Osterfeier freuen. Es wird sehr viel stiller sein als wir das gewohnt sind.
Vielleicht macht uns das dann aber auch deutlich, dass die Erhöhung von Jesus
keine Handlung unsererseits ist. Nicht die Verehrung durch Menschen führt zum
Heil, sondern das Handeln Gottes.</p>



<p>Gott selbst ist es, der seinen Sohn in Leiden und Tod gibt und in
diesem Leiden und Sterben von Christus wird Menschen das Leben geschenkt. Das
stellt allgemeine Vorstellungen von Erhöhung auf den Kopf. Es stellt aber auch
eine allgemeine Vorstellung von dem auf den Kopf, was einen Gott ausmacht.
Unser Gott selbst geht in tiefstes Leiden, geht gar in den Tod, um uns Leben zu
geben. Darin liegt die Erhöhung. Amen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">5. Gebet</h2>



<p>Jesus, wir gehen mit dir in die Woche deines Leidens. Wir blicken auf
das, was du auf dich genommen hast, um uns zu erlösen und uns ewiges Leben zu
geben.</p>



<p>Wir bitten dich. Mach uns gewiss, dass du auch mit uns gehst in das,
was vor uns liegt. In der Unsicherheit unserer Tage schenke du uns die
Zuversicht, dass du uns nicht verlässt, dass du bei uns bist, dass du uns zum
Leben führst.</p>



<p>Sei mit allen, die von Krankheit betroffen sind; stehe allen bei, die
sich um die Erkrankten kümmern. Lass uns nicht müde werden, anderen beizustehen
mit unserer Tat und mit unserem Gebet.</p>



<p>Dir sei Ehre in Ewigkeit. Amen.</p>



<p class="has-small-font-size">Herausgegeben vom Pfarramt der
Christusgemeinde Melsungen (SELK), Pfarrer Jörg Ackermann, Tränkelücke 6, 34212
Melsungen, Telefon 05661-2221, <a href="mailto:melsungen@selk.de">melsungen@selk.de</a></p>



<p class="has-small-font-size">Erscheinungsdatum 5.4.2020<br>
Bibelzitate aus der Lutherbibel (Revision 2017), © Deutsche Bibelgesellschaft
2016<br>
Bestimmt für die Gemeinden der SELK im Gemeindebezirk Homberg (Efze),
Schlierbach, Berge-Unshausen, Melsungen und Widdershausen-Obersuhl<br>
Weitergabe erwünscht und erbeten.<br>
Unter <a href="http://www.selk-melsungen.de">www.selk-melsungen.de</a> können Sie sich für einen Newsletter anmelden, dann
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